Barsche/Serranidae

 Barsche/Zackenbarsche

 Die Familie der Barsche stellt eine umfangreiche und mannigfaltige Gruppe dar, deren kleinster Vertreter gerade 4 cm misst und deren mächtigster Vertreter mit nahezu 3,5 Metern eine beeindruckende Größe erreicht. Insgesamt sind die Barsche und deren Verwandte auf 67 Gattungen mit ca. 400 Arten verteilt, wobei sicherlich in einigen Unterfamilien die Zahl durch weitere Entdeckungen noch steigen dürfte. Zackenbarsche besitzen einen robusten Körper mit einer kennzeichnend tiefen Mundspalte und einem hervorragenden Unterkiefer. Im Kiefer befinden sich mehrere scharfe Zähne. Manche Arten besitzen typisch hervorstehende spitze Eckzähne, welche teilweise selbst bei geschlossenem Maul gut sichtbar sind. Der Kiemendeckel weist 3 bzw. in seltenen Fällen 2 Dornen auf, die meisten Arten besitzen eine durchgängige Rückenflosse mit 6 bis 13 Hartstrahlen. Die großen Arten weisen eine typisch räuberische Ernährungsweise auf, kleinere Arten haben sich bei der Nahrungssuche auf Zooplankton spezialisiert.

Die Familie der Barsche und deren Verwandte werden in fünf Unterfamilien geteilt:

die Hamlets (Gattung: Hypoplectrus)

die Serraninae (Gattung: Serranus)

die Athiinae (Gattung: Athiinae)

die Seifenfische (Gattung: Grammistinae)

die Epinephelinae (Gattung: Epiniphelinae)

Die Aktivität der Zackenbarsche beginnt bei Dämmerlicht in den Abendstunden, wo sie als geschickte Räuber die allgemeine "Verwirrungszeit“ im Riffbereich ausnutzen. Zackenbarsche sind "Lauerräuber" und warten bis das entsprechende Beutetier in Reichweite gelangt, um dann blitzschnell aus dem Hinterhalt zuschlagen zu können. Sowohl die spitzen Fangzähne als auch die geräumige Mundhöhle, die durch das Aufreisen einen Sog entstehen lässt, helfen ihnen dabei ein Beutetier effektiv zu fangen. Eine weitere Eigenschaft ist der hohe Kontrastreichtum, der den Barsch an das bunte Riff anpasst, sowie die Fähigkeit einen sehr schnellen Farbwechsel durchzuführen.

Das Laichverhalten der Zackenbarsche ist sehr unterschiedlich. Einige Arten laichen in Versammlungen im offenen Wasser und zu bestimmten Jahreszeiten sowie Mondphasen, wobei sie zu den Laichorten erhebliche Wegstrecken zurücklegen müssen. Andere pflanzen sich paarweise fort. Ein Großteil der Zackenbarsche ist Simultanhermaphrodit, welches bedeutet, dass sie gleichzeitig funktionierende Eierstöcke und Hoden besitzen. Der überwiegende Rest stellt protogyne Zwitter dar, hierbei erfolgt eine Umwandlung vom Weibchen ins Männchen.

Zackenbarsche gehören zu den wichtigen Speisefischen der Meere, wobei sie stellenweise zu den schlimmsten Überträgern der Ciguatera-Vergiftung gehören. Ursache ist, dass sie am Ende der Nahrungskette stehen und das Gift akkumulieren.  Aufgrund der hohen Überfischung in einigen Gebieten und der Tatsache, dass große Exemplare mit bis zu 50 Jahren sehr alt werden können, ist der Barsch in einigen Gebieten selten geworden und steht inzwischen teilweise unter Schutz. Eine zusätzliche Problematik für die Fortführung des Artbestandes stellt die Eigenschaft dar, dass Zackenbarsche als Jungtiere immer Weibchen sind, und sich erst im fortgeschrittenen Alter zu Männchen umbilden.