Doktorfische/Acanthuridae

Die Doktorfische

Doktorfische werden durch ca. 70 Arten in 6 Gattungen beschrieben. In ihrer Gestalt besitzen sie einen seitlich stark zusammengedrückten Körper und weisen eine Größe von ca. 20-100 cm auf. Der Name des Fisches hat seinen Ursprung durch Klingen, die skalpellartig aussehen und an dem Schwanzstiel des Fisches sitzen. Diese sind bei einigen Arten fest, teilweise nur rudimentär oder können bei anderen Arten durch seitliches Biegen des Schwanzes im 80-Grad-Winkel ausgeklappt werden. Sie dienen überwiegend dem Einsatz bei Gefahrensituationen oder innerartlichen Auseinandersetzungen. Die Entwicklung dieser Verteidigungswaffe erfolgte aus einer Schuppe. Die Skalpelle unterscheiden sich bei den verschiedenen Arten in ihrer Form und dem Aussehen. Auch für Taucher erweisen sich die messerscharfen Skalpelle nicht als ungefährlich, sodass man vorsichtig in seinem Verhalten gegenüber Doktorfischen sein sollte.

Doktorfische lassen sich in drei Unterfamilien einteilen:

Skalpelldoktorfische (Acanthuridae) -sie weisen ein Paar ausstellbare Klingen auf.

Nasendoktorfische (Nasinae) -sie besitzen eine, überwiegend jedoch zwei Knochenklingen.

Sägedoktorfische (Prionurinae) -sie besitzen drei bis sechs Paare gekielter Knochenklingen.

Alle drei Unterfamilien sind tagaktive Tiere. Sie ernähren sich überwiegend durch das Abweiden von Algen und sind daher oft in lichtdurchfluteten Flachwasserbereichen anzutreffen.  Bei der Futteraufnahme fressen sie auch kleinere wirbellose Tiere, wie Würmer und Krebstiere. Die meisten Doktorfische sind nicht besonders gute Schwimmer und bewegen sich in der Regel mit ihren Brustflossen fort, sodass eine typische Fortbewegungsspur in Form einer "Auf- und Abspur" entsteht.

Die Fortpflanzung der Doktorfische erfolgt in Abhängigkeit der Mondphasen, hauptsächlich zwischen den Monaten Februar bis April. Dabei schwimmen die Partner gemeinsam in Richtung der Oberfläche und geben am höchsten Punkt der Schwimmkurve die Eier bzw. das Sperma ab. Die Larven schlüpfen nach 1-2 Tagen und erreichen nach ca. 10 Wochen das Stadium zur Umwandlung in einen Doktorfisch. Hierbei besiedeln sie nun die Riffbereiche, wobei besonders in diesem Jugendstadium eine aggressive Verhaltensweise zur Revierverteidigung zutage tritt. Es erfolgt ebenso die Umstellung der Nahrung von Plankton auf Algen. Die Geschlechtsreife der Fische ist in der Regel ab einem Alter von 2 Jahren erreicht.