Drückerfische/Balistidae

Die Drückerfische


Drückerfische zählen zur Ordnung Tetradontiformes und lassen sich in 10 Familien zu 100 Gattungen mit bis zu 500 Arten gliedern. Sie erreichen eine Größe von 20-80 cm und weisen einen ovalen, rundlich-schlanken Körperbau auf. Die Oberfläche der Drückerfische ist gekennzeichnet durch große, panzerartige Schuppen. Die After- und die 2. Rückenflosse sind zu Flossensäumen ausgebildet, welche durch ondulierende Bewegung den Antrieb darstellen. Die besondere Gestaltung der 1. Rückenflosse spiegelt die Namensgebung wieder. Sie ist insgesamt aus 3 Stacheln aufgebaut, wobei der größte, der 1. Stachel, versteckt in einer Grube liegt und durch einen Muskel aufgerichtet werden kann, sodass er senkrecht zum Körperbau nach oben steht. Während des Aufrichtens wird der 2. und der 3. Stachel nachgezogen, sodass der 2. Stachel den 1. Stachel verkantet und dieser dann arretiert ist. Die Arretierung kann durch den Beugemuskel, der am 3. Stachel sitzt, wieder gelöst werden, sodass der 1. Stachel in seine Ausgangsposition zurückrutscht. Diese Vorrichtung ähnelt der Konstruktion eines Gewehrabzuges, dem sogenannten Drücker, und führte zu der Namensgebung der Fische. Die Funktion ermöglicht es den Fischen, sich zum Schutz nachts in Felsspalten und Nischen festzuklemmen.  Derart gesichert können sie selbst starken Strömungen standhalten.
Drückerfische weisen ein kräftiges, kleines Gebiss auf, das ihnen ermöglicht Mollusken, Krebse und Seeigel zu verspeisen. Oft beobachtet man, dass sie bei der Nahrungssuche das Bodensubstrat mit einem kräftigen Wasserstrahl freipusten. Drückerfische sind tagaktiv, leben einzeln und finden sich während der Paarungszeit zu Paaren zusammen. Dabei wird an einem geeigneten Platz durch Korallenbruchstücke ein muldenförmiges Nest angelegt, in das bei Dämmerung vom Weibchen die Eier abgegeben werden. Das Nest und der dazugehörige Revierbereich wird  von beiden Elternteilen während dieser Zeit gegen mögliche Feinde durch aggressive Angriffe verteidigt. Unter allen Fischen stellen die Drückerfische sicherlich diejenige Gruppe dar, mit der Taucher und Schnorchler zuallererst "negative" Erfahrungen mit dem Territorialverhalten der Fischwelt machen.