Kofferfische/Ostracidae

 Die Kofferfische

 Kofferfische zählen zur Ordnung Tetradontiformes und lassen sich in 10 Familien zu 100 Gattungen mit bis zu 500 Arten gliedern. Beim Anblick der Familie der Kofferfische fällt sofort ihre extreme "kofferartige" Gestalt dem Betrachter ins Auge. Die Ursache dieser Eckigkeit ist in einem starren, sechseckigen Knochenpanzer zu finden, dessen Querschnitt bei den meisten Kofferfischen einen viereckigen bzw. bei einigen Arten einen dreieckigen Aufbau zeigt. Dieser Knochenpanzer wird durch "Panzerplatten" gebildet, welche sich aus ehemaligen Schuppen im Laufe der Evolution entwickelt haben. Die Fische des Paläozoikums, vor ca. 245 Mio. Jahren, besaßen ebenfalls Panzerplatten, die optisch den Platten der Kofferfische gleichen. Der Knochenpanzer besitzt Aussparungen für Flossen, Augen, Mund und Kiemenöffnungen, sodass eine freie Bewegung der funktionalen Teile gegeben ist. Der Kiemendeckel zeigt eine Verschmelzung mit dem Hauptpanzer. Dadurch entsteht das Problem, dass durch die alleinige Wasserzirkulation eine Versorgung von Sauerstoff nicht gewährleistet ist. Kofferfische lösen diese Problematik indem sie die notwendige Wasserzirkulation durch Heben und Senken des Mundhöhlenbodens erreichen.

Insgesamt stellen die Fische keine guten Schwimmer dar. Ihre Form ist entgegen allen  hydrodynamischen Gesetzen zur schnellen Fortbewegung gerichtet. Der Ausgleich bildet ihre extreme Wendigkeit, die es ihnen unter anderem ermöglicht Drehungen um 360° im Stand durchzuführen. So gleiten diese in einer Schwimmweise wie Hubschrauber durch das Wasser und sind schon von Weitem an der typischen Fortbewegungsweise zu erkennen. Zum normalen "Schwimmen" benutzten Kofferfische Rücken-, Brust-, und Afterflossen, bei Fluchtsituationen wird die Schwanzflosse eingesetzt. In Gefahrensituationen scheiden sie über die Haut das Gift Ostracitoxin ab und vertreiben damit potenzielle Feinde.

Die Fische sind tagaktive Tiere und durchstöbern zur Nahrungssuche das Korallenriff überwiegend nach Würmern, Seeschnecken, Schwämmen und Algen. Oft sieht man sie mit dem Kopf knapp nach unten über dem Meeresboden gerichtet, wie sie mit einem Wasserstrahl den Boden von Sediment freipusten um Beutetiere aufzustöbern.