Lippfische/Labridae

Die Lippfische

Lippfische zählen zur Unterordnung Labroidei innerhalb der Ordnung Perciformes (Barsch-Artige). Diese Unterordnung gliedert sich in 3 Familien mit insgesamt 88 Gattungen zu rund 700 Arten. Die Familie der Lippfische (Labridae) stellt dabei mit rund 600 Arten den größten Anteil dar. Sie gehören zu den am häufigsten zu beobachtenden Korallenfischen im Riffbereich und besitzen mit ihren zahllosen Arten ein breit gestreutes Erscheinungsbild. So misst einer der bekanntesten Lippfische, der Napoleon eine stattliche Größe von bis zu 2,5 m. Die meisten Arten, wie die häufig auftretenden Junker erreichen jedoch kaum eine Größe die über 20 cm liegt. Lippfische sind carnivor und haben sich auf jegliche Art von wirbellosen Tieren spezialisiert. Einige Arten, wie der Gemeine Putzerlippfisch sind darauf spezialisiert andere Fische von Parasiten zu säubern. Dies geschieht durch "putzen" der Schuppenoberfläche, des Kiemen- und sogar des Mundbereiches. Ein bestimmtes Verhaltensmuster signalisiert dem Putzerfisch einen sicheren Aufenthalt im Mundbereich eines carnivoren Fisches, ohne von diesem verspeist zu werden. Lippfische sind aktive, lebhafte Schwimmer, welche zur üblichen Fortbewegung die Brustflossen einsetzen und nur in Gefahrensituationen die Schwanzflosse zum schnellen Entkommen benutzen.
Bemerkenswert bei der Entwicklung der Lippfische ist die Geschlechtsumwandlung der Fische und der damit hervorgehende Farbenwechsel. So werden bei den Fischen drei unterschiedliche Phasen definiert, welche sich in drei unterschiedlichen Farbkleidern widerspiegeln. Man definiert diese als die Juvenil-, Initial- und Terminalphase. Die Juvenilphase stellt das unfruchtbare, unreife Stadium des Fisches dar. Ihr folgt die Initialphase, in welcher der Fisch eine Geschlechtsentwicklung zum Weibchen durchmacht. Während dieser Zeit herrschen in den Farbtönen des Fisches überwiegend einfache Rot-, Grau- und Brauntöne vor. Aus der Initialphase entwickelt sich durch Geschlechtsumwandlung ein Männchen mit anderem Farbkleid, welches sich dann mit einem Weibchen aus der Initialphase fortpflanzen kann. Dabei gibt es in diesem Ablauf natürlich Abweichungen. So kann schon in der Initialphase ein Männchen mit dem Farbkleid eines Weibchens entstehen, wodurch dieses dann als primäres Männchen klassifiziert wird. Eine äußerliche Unterscheidung ist hierbei nicht möglich. Diese unterschiedliche Erscheinungsformen einer Art führten früher zu mehreren verschiedenen Artnamen für denselben Fisch.
Lippfische sind äußerst tagaktive Tiere und ziehen sich bei Dämmerung in den Riffbereich zurück, wobei sie sich zwischen Fels- und Korallenspalten verstecken, oder direkt in den Boden eingraben.