Papageifische/Scaridae

Die Papageifische

Papageifische zählen zur Unterordnung Labroidei innerhalb der Ordnung Perciformes (Barsch-Artige). Diese Unterordnung gliedert sich in 3 Familien mit insgesamt 88 Gattungen zu rund 700 Arten. Die Familie der Papageifische (Scaridae) besteht aus 10 Gattungen mit insgesamt circa 80 Arten. Die Größe der Papageifische reicht von 20-120cm, wobei der überwiegende Teil eine maximale Größe von circa 50 cm erreicht. Sie sind alle tagaktiv und ziehe sich zum nächtlichen Schutz in Spalten- und Felsbereiche des Riffes zurück. Einige Arten bauen sich zum Schutz einen durchsichtigen, geleeartigen Kokon, der sie vor nächtlichen Störenfrieden schützt und warnt. Papageifische sind fast ausschließlich Herbivoren und haben sich auf das Abweiden von Algen (Faden- und Kalkalgen) spezialisiert. Dabei picken sie sich nicht nur selektiv die Algen heraus, sondern nehmen den ganzen mit Algen überzogenen Detritus, überwiegend Korallenbruchstücke, auf und zermahlen diesen. Dabei weiden sie auch teilweise an lebenden Korallenstöcken. Das markante Gebiss, das papageienähnlich aussieht und ihnen auch den entsprechenden Namen gab, ist auf diese Nahrungsaufnahme hervorragend spezialisiert. Es entwickelte sich durch das Zusammenwachsen von Zähnen und bildet ein ideales Schnitt- und Brechwerkzeug. Im Kieferraum selbst wird durch das Reiben des Oberen auf den Unteren der aufgenommene Detritus zu einer feinen Paste zermahlen, sodass die Algenzelle zur Verdauung in einem aufgeschlossenen und verwertbaren Zustand vorliegt. Der kalkreiche Detritus selbst wird als feiner Staub ausgeschieden. So tragen Papageifische sowohl durch das Abweiden von Korallen und der Aufnahme des Detritus als auch durch das Zermahlen und Ausscheiden von diesem einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Feinmorphologie der Riffbereiche bei.
Wie bei den Lippfischen besitzen die Papageifische eine komplizierte Geschlechterentwicklung mit je einer Juvenil-, Initial- und Terminalphase. Dabei sind die Männchen, welche aus den Weibchen der Initialphase entstehen meist durch ihr brillantes und leuchtendes Farbkleid gekennzeichnet und werden daher als Prachtmännchen bezeichnet. Ebenfalls wie bei den Lippfischen existierten und existieren aufgrund der verschiedenen Farbkleider auch heute noch für dieselbe Art bis zu drei verschiedene Artnamen.