Seepferdchen und Seenadeln/Syngnathida

 Die Seepferdchen, Seenadeln und Verwandte

Die Ordnung Syngnathiformes, die Seepferdchen, Seenadeln und Verwandte repräsentiert, gliedert sich in 65 Gattungen und 262 Arten. Die Größe variiert hierbei von ca. 3 cm bis zu fast 2 m. Der bekannteste Vertreter stellt das Seepferdchen dar, dessen grazile Form sicherlich schon jeder bewundert hat. Aber auch verschiedene andere Arten, wie z. B. der Fetzenfisch weisen eine einzigartig bemerkenswerte Gestalt in der Unterwasserwelt auf.

Die zwei wichtigsten Unterfamilien sind:

die Seepferdchen (Hippocampinae)
die Seenadeln (Syngnathinae)

Seepferdchen wurden schon in der Antike wahrgenommen. So berichtet der griechische Naturwissenschaftler und Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) über diese: "... (das Tier), das in der Laichzeit auseinanderbricht, um Junge freizusetzen". Heute ist die Gestalt der Seepferdchen allgemein bekannt. Seepferdchen besitzen ein langes röhrenförmiges Maul, ein durch Knochenplatten und Ringe geschützter aufrechter Körper mit einem Greifschwanz, der ihnen Halt in leicht bewegtem Wasser gibt. Die Schwimmweise der Seepferdchen ist aufrecht, der Antrieb wird durch die kleine Rückenflosse vollbracht, wobei die Brustflossen ihm eine wendige Manövrierfähigkeit ermöglicht. Seepferdchen zeigen sicherlich sowohl eine der ungewöhnlichsten Fortpflanzungsmechanismen als auch der Brutfürsorge auf. Sie bilden eine feste Partnerschaft, und beginnen während der Paarung sich einander zu umschlingen bis das Weibchen dem Männchen ihre Eier in eine Bruttasche, welche aus 2 Hautfalten gebildet wird, übergibt. Das Männchen befruchtet die Eier und nach einer Tragezeit von ca. 3 Wochen schlüpfen die Jungen durch ein kleines Loch am oberen Teil der Bruttasche. Die Geburt der kleinen Seepferdchen kann sich über mehrere Stunden ziehen. Bei den verwandten Gattungen sind ähnliche Verhaltensweisen vorzufinden. So brütet das Weibchen bei den Röhrenmäulern die Eier in den erweiterten Bauchflossen bis zur Geburt der Jungen aus.

Da Seepferdchen keine Zähne besitzen, saugen sie ihre Beute, vor allem Plankton, komplett ein. Wegen der Empfindlichkeit gegenüber Strömungen und Wasserturbulenzen sind sie hauptsächlich im Flachwasser anzutreffen. Ein Großteil der Seepferdchen ist in der Lage sich durch Farbwechsel der Umgebung anzupassen. Eine Besonderheit stellt auch die Fähigkeit dar, die Augen unabhängig voneinander bewegen zu können.

Seenadeln, eine Unterfamilie, besitzen einen langen runden Körperbau mit einem Röhrenmaul, das dem der Seepferdchen gleicht. So bevorzugen auch sie den gleichen Lebensraum im flachen, ruhigen Wasser und ernähren sich ebenfalls von Plankton.

Zwei weitere kleine Familien stellen die Trompeten- und Flötenfische (Aulostomidae und Fistulariidae) dar. Sie weisen beide einen extrem länglichen Körperbau und eine stark verlängerte Schnauze auf. So stellen Flötenfische mit 80 cm und Trompetenfische mit nahezu 2 m Körperlänge die größten Vertreter innerhalb der Gattungen dar. Die Jagdtechnik der Trompetenfische ist hierbei äußerst trickreich. So lassen sich diese wie ein Stück treibendes Holz durch das Wasser treiben, um im geeigneten Augenblick vorbeiziehende Fische blitzschnell zu überwältigen. Eine weitere Methode ist das Mitschwimmen in Fischschwärmen, um aus der getarnten Lage ebenfalls blitzschnell einen Überraschungsangriff auf potenzielle Beute zu starten.